Warum beginne ich einen Blog über Geologie?

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade “Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?” von Anna Koschinski.

Diese Blogparade finde ich eine ganz hervorrangende Idee. Es ist für mich eine willkommene Einladung, mir gleich zu Beginn meines Blogs einmal etwas mehr Gedanken darüber zu machen, warum ich eigentlich blogge und was ich mit diesem Blog über Geologie erreichen möchte. Im Folgenden möchte ich Dich an diesen Gedanken teilhaben lassen. 

 

Über die Entwicklung meines Schreibens an sich

Ich habe immer gern geschrieben. Kaum konnte ich alle Buchstaben, ließ ich mir von meiner Mutter Wörter buchstabieren. Denn schon früh wollte ich auch alles gleich „richtig“ schreiben. Das schien mir wichtig, warum, das weiß ich nicht mehr genau. Gelesen habe ich auch immer viel, nicht nur Geschichten, auch Sachtexte. Irgendwie hat es mich immer fasziniert, wie Zeichen auf Papier Bilder im Kopf entstehen lassen können.

Schriftstellerin wollte ich allerdings nie werden, auch Journalistin habe ich nur ganz kurz mal in Erwägung gezogen. Noch lieber wollte ich mich selbst tief in Themen einarbeiten.

Während des Studiums, der Doktorarbeit und meiner Juniorprofessur lernte ich, wissenschaftliche Sachverhalte für andere Fachleute korrekt wiederzugeben. Mit der Zeit wurden auch Texte in englischer Sprache immer selbstverständlicher für mich. Immer war mir wichtig, nicht nur wissenschaftlich korrekt, sondern auch verständlich zu schreiben. Nicht unbedingt „literarisch wertvoll“, aber doch so, dass meine Texte auch gut und leicht zu lesen sind, und gern gelesen werden.

Einmal schrieb ich gemeinsam mit meinem damaligen Chef einen Artikel über Vulkane für „Spektrum der Wissenschaft“. Das Schreiben für Laien war eine neue Herausforderung, die mir viel Freude machte. Im Austausch mit dem Redakteur konnte ich einiges über das Schreiben für Laien lernen. Leider ließen es meine Verpflichtungen an der Uni und als Mutter damals nicht zu, mehr derartige Texte zu schreiben. Meine Stelle an der Uni war befristet, bei weiteren Bewerbungen zählten nur Veröffentlichungen in möglichst hochangesehenen Fachjournalen. Also schrieb ich überwiegend wissenschaftliche Texte.

Zu meinen Vorlesungen und Übungen erstellte ich umfangreiche Skripte, auch mit längeren Texten. Diese waren zwar nicht ganz so „hochtrabend“ wie wissenschaftliche Fachtexte, aber wären doch für Laien kaum verständlich gewesen, schon allein wegen der verwendeten Fachwörter.

Erst seit ich selbstständig bin, kann ich dem Schreiben wieder so nachgehen, wie ich es mag.

Was ich mag und kann: Komplexe Zusammenhänge einfach erklären

Schon immer habe ich gern Dinge erklärt. Während der Schulzeit gab ich jüngeren Schülern Nachhilfe, erklärte auch Klassenkameraden gerne Zusammenhänge. Auswendig lernen fand ich furchtbar. Doch wenn es etwas zu verstehen gab, machte es mir fast immer Freude, mich solange hineinzubeißen, bis ich es verstanden hatte. Und dann gab ich diese Erkenntnisse auch gerne weiter. Und erhielt immer wieder die Rückmeldung, dass ich das gut konnte. Vielleicht habe ich ja „Lehrergene“ – immerhin waren meine beiden Großväter Lehrer, und auch meine Mutter. 

Im Geologiestudium waren viele komplexe Zusammenhänge zu verstehen. In das Fach spielen alle anderen Naturwissenschaften hinein, im Grundstudium hatten wir Physik-, Chemie- und Biologievorlesungen jeweils mit den jeweiligen Hauptfachstudenten zusammen. Im gesamten Studium ging es darum, das System Erde als Ganzes mit all den sich gegenseitig beeinflussenden Prozessen zu verstehen. Wenn ich etwas verstanden hatte, gab ich es auch gerne an andere weiter. Mehrmals war ich auch Tutorin für jüngere Studenten in verschiedenen Übungen. So ähnlich ging es auch während des Promotionsstudiums weiter. Und auch danach blieb ich an der Uni, vor allem die Lehre machte mir Freude.

Auf einer Exkursion in den Taunus im Herbst 2018 erkläre ich hier gerade die geologische Zeitskala.

 

Parallel wurde ich eingeladen, Vorträge für Laien und für Schüler zu halten. Es machte mir immer Freude, Sachverhalte auch ohne Fachwörter zu erklären. Bei den Vorträgen wurden mir immer viele Fragen gestellt, die ich mit Begeisterung beantwortete. Da ich immer wieder von den gleichen Veranstaltern eingeladen wurde, gehe ich davon aus, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Auch einzelne Teilnehmer meldeten mir zurück, dass sie bestimmte Dinge endlich verstanden hätten.

 

Die Verbindung: Schriftlich erklären im Blog

In diesem Blog möchte ich nun beides miteinander verbinden:

1) Meine Liebe zum Schreiben und

2) meine Fähigkeit zu erklären zu

Schriftlichem Erklären.

Dabei ist mein Anspruch, komplexe Zusammenhänge einfach zu erklären, ohne dabei jedoch durch Vereinfachung zu verfälschen.

Beispielsweise sind die Plattentektonik und ihre Antriebskräfte ziemlich kompliziert. Über die tatsächlichen physikalischen Vorgänge gibt es ganze Bücher und tausende wissenschaftlicher Veröffentlichungen (obwohl oder gerade weil sie noch nicht bis ins Detail verstanden sind). Jetzt könnte ich natürlich versuchen, alle Einzelheiten zu erläutern – das wären seeeehr lange Texte, die vermutlich kaum jemand lesen würde. Dies halte ich nicht für sinnvoll.

Das andere Extrem lese ich sehr häufig als „die Kontinentalplatten schwimmen im Erdmantel“ oder ähnlichen Formulierungen. Diese Beschreibung erzeugt jedoch ein völlig falsches Bild – Verfälschung durch Vereinfachung. Das möchte ich vermeiden.

 

Ziele dieses Blogs

Ich bin von meinem Fach begeistert und möchte diese Begeisterung gerne weitergeben. Daher ist mein Hauptziel dieses Blogs zu zeigen, dass Geologie ein sehr spannendes und äußerst nützliches Fachgebiet ist. Diese Themen werden in der Schule meist stiefmütterlich behandelt (daher sind falsche Vorstellungen über die Erde leider weit verbreitet – beispielsweise fast nur aus Wasser bestehende Gesteinsschichten im Untergrund).

 

Unsere Erde birgt viele Geheimnisse.

Als Geologin kann ich sie für Dich entschlüsseln.

Und Dir viel Faszinierendes berichten, um auch Dich zu begeistern.

Darum gibt es diesen Blog

Die Kategorien dieses Blogs

Um diesen Blog übersichtlich zu gestalten, unterteile ich die Texte in vier Kategorien:

Allgemeine geologische Themen

Allgemeine Geologie
Historische Geologie
Angewandte Geologie

Regionale Geologie

Welche Gesteine sind wo und warum?

 

Gesteine erzählen Geschichten…

... und ich übersetze sie für Dich in Menschensprache

Persönliches und Anekdoten

Erlebnisse als Geologin

Hier findest Du nach und nach Texte zu den drei großen Fachgebieten der Geologie:

– Allgemeine Geologie (Prozesse an der Erdoberfläche und im Erdinneren),

– Historische Geologie (Erdgeschichte) und

– Angewandte Geologie.

 

In dieser Kategorie sammle ich Texte über verschiedene Regionen, von denen ich die Geologie recht gut kenne, insbesondere Island und Deutschland. 

Weitere Regionen werden folgen

Hier möchte ich Dir näher bringen, was Geologen durch die Untersuchung von Steinen alles herausfinden können. 

Als erstes stelle ich Dir den Taunusquarzit vor, der eigetlich kein Quarzit, sondern ein Sandstein ist…

In dieser Kategorie geht es um meine Erlebnisse als Geologin – früher als Studentin, als Wissenschaftlerin oder als Selbstständige.

Hierzu zählen Anekdoten oder auch Überlegungen wie dieser Text.

In diesem Blog sollen etwa zweimal monatlich neue Texte erscheinen. Dabei wechsle ich die Kategorien in der Regel ab.

Weitere Texte sowie Videos findest Du auch auf meiner Facebook-Seite und in der Facebook-Gruppe „Geologie verstehen“.

 

Was meinst Du?

Wie gefallen Dir meine Ideen zum Blog? Was wünschst Du Dir sonst noch zum Thema Geologie? 

Gerne kannst Du hier auch Kommentare hinterlassen, welche Themen Dich besonders interessieren. Ich freue mich auf Deine Vorschläge!